Erhöhtes Hodenkrebs-Risiko durch Kreatin-Supplementation?

Kreatin gilt als ein Supplement, das tatsächlich das Muskelwachstum und die Trainingsleistung verbessern kann. Daher schwören viele Hantelathleten und Eisenbieger auf die Einnahme u. a. von Kreatin-Monohydrat. Kreatin wird normalerweise mit der Nahrung aufgenommen (Fisch, Fleisch) und kann zum sehr großen Teil auch vom Körper selbst hergestellt werden. Vor allem Hirn- und Muskelfunktionen benötigen Kreatin in Form von Kreatinphosphat.

Laut einer frisch veröffentlichten Hodenkrebs-Studie der Yale University, kann eine Kreatineinnahme, in Form eines Nahrungsergänzungsmittel, das Risiko an Hodenkrebs zu erkranken, erhöhen. Dabei wurden 356 Männer mit Hodenkrebs untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass etwa 20% der erkrankten Personen Kreatin in Form eines Supplements einnahmen. Das Risiko ist gerade bei Männern unter 25 Jahren erhöht.

Kreatin

Strukturformel von Kreatin

Die Autoren der Studie betonen jedoch auch, dass sie nicht wissen können, was neben Kreatin, noch für weitere Zusatzstoffe in den Supplements verarbeitet wurden. Das Problem an der Sache ist, dass viele Hersteller nicht wirklich angeben, was im Produkt verarbeitet wurde. Versteckte Inhaltsstoffe sind nicht selten. Schließlich wird das Produkt immer und immer wieder vom Kunden gekauft, was in den Augen des Verbrauchers auch Erfolge verspricht. Die Wissenschaftler wissen das auf jeden Fall auch.

Deshalb wird die alleinige Supplementation von Kreatin wohl eher gering zum Risiko beitragen. Die nicht angegeben Zusatzstoffe, also die Verunreinigungen, tragen stark zum Risiko bei. Kauft daher keine Billigprodukte aus Schwellenländern.

Die Studie findet ihr hier:
http://www.nature.com/bjc/journal/v112/n7/full/bjc201526a.html

Literatur:

N Li, R Hauser, T Holford, Y Zhu, Y Zhang, B A Bassig, S Honig,C Chen, P Boyle, M Dai, S M Schwartz, P Morey, H Sayward, Z Hu, H Shen, P Gomery and T Zheng: Muscle-building supplement use and increased risk of testicular germ cell cancer in men from Connecticut and Massachusetts. In: British Journal of Cancer 112, 1247-1250 (31 March 2015) | doi:10.1038/bjc.2015.26

T. Wallimann, M. Tokarska-Schlattner, D. Neumann u. a.: The Phosphocreatine Circuit: Molecular and Cellular Physiology of Creatine Kinases, Sensitivity to Free Radicals, and Enhancement by Creatine Supplementation. In: Molecular System Bioenergetics: Energy for Life. 22. November 2007. doi:10.1002/9783527621095.ch7

R. H. Andres, A. D. Ducray u. a.: Functions and effects of creatine in the central nervous system. In: Brain research bulletin. Band 76, Nummer 4, Juli 2008, S. 329–343,ISSN 1873-2747. doi:10.1016/j.brainresbull.2008.02.035. PMID 18502307.

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Low-Carb-Diäten für Sportler – Teil II

Seit der Veröffentlichung des ersten Teils sind mittlerweile einige Monate vergangen. In diesem Teil möchte ich die Frage aufstellen, ob eine vernünftige Low-Carb-Diät mittels einer veganen Ernährungsweise überhaupt möglich ist.

Mettwurst, Roastbeef, Spiegeleier oder Räucherlachs, all diese Nahrungsmittel können bei einigen Personen Abneigungen oder gar Ekel hervorrufen. Auf dem Speiseplan sind diese Nahrungsmittel bei Veganern nicht zu finden. Auf Grund von ethischen, moralischen, politischen und/oder gesundheitlichen Gründen, ernähren sich Veganer ausschließlich pflanzlich. Diese Ernährungsweise basiert vorwiegend auf kohlenhydratreicher Ernährung. Das Verhältnis von Kohlenhdraten-Fetten-Proteinen beträgt nicht selten das Verhältnis von 80:10:10 bei sich vegan ernährenden Athleten. Der bekannte Youtube-Blogger Karl Ess, denen einigen von euch vielleicht ein Begriff ist, ernährt sich vegan nach diesem Verhältnissen der Makronährstoffe. Bei einer Low-Carb-Diät beträgt der Anteil an Kohlenhydraten in der Gesamttagesaufnahme der Nahrung bei unter 150 – 100 Gramm. Der Fett- und Proteinanteil machen das Gros der Kalorienaufnahme aus. Die Verhältnisse liegen nicht selten bei 20:40:40 (KH, F, P).

Welche pflanzlichen Nahrungsmittel sind reich an Fetten und Proteinen und arm an Kohlenhydraten?

Zuallerst muss erwähnt werden, dass folgende pflanzliche Nahrungsmittel bei einer veganen Low-Carb-Diät strikt vermieden werden sollten:

– Getreide, Getreideprodukte und Teigwaren (Brot, Nudeln, Müsli, Cornflakes)
– Reis, Hirse
– Mais
– Kartoffeln und Kartoffeprodukte
– Pseudogetreide (Quinoa, Buchweizen, Amaranth)
– Süßungsmittel, Sirup, Limonaden
– Obst aus der Dose
Aufnahme in stark reduzierter Form:

– Obst
– Hülsenfrüchte
– Cashew-Nüsse
All diese Nahrungsmittel besitzen einen hohen bis sehr hohen prozentualen Anteil an Kohlenhydraten und eignen sich nicht für eine Low-Carb-Diät. In diesem Falle wird nicht unterschieden, ob die Kohlenhydraten als Mono-, Di-, Oligo-, oder Polymere vorliegen.

Stark ohne Magerquark

Athleten sollten also absolut stärkehaltige Nahrungsmittel verzichten und die folgenden Nahrungsmittel ins Visier nehmen, wenn die Brust endlich mal wieder über dem Bauch sein sollte:

Proteinpulver aus:

– Lupinenprotein
– Hanfprotein
– Reisprotein
– Erbsenprotein
– Sojaprotein

Feste Nahrungsmittel:

– Sojaprodukte wie Tofu, Sojajoghurt, Sojamilch (kohlenhydratarm)
– Kokosmilch, Kokosöl
– Paranüsse
– Walnüsse
– Mandeln
– Erdnüsse
– Lupinenprodukte
– Pilze
– stärkearmes (Blatt-)Gemüse
– sämtliche Pflanzenöle

Seitan und weitere Produkte aus Weizenproteine lasse ich bewusst weg. Der Anteil an Gluten ist bei diesen Nahrungsmitteln extrem erhöht. In meinen Augen überwiegen damit die negativen Eigenschaften dieses Klebeproteins den positiven Eigenschaften. Pseudoschnitzel, -wurst und was die Nahrungsmittelindustrie noch für vegane Ersatzlebensmittel entwickelt hat, basieren hauptsächlich auf Weizenproteinen. Daher finden diese Produkte in meinem Artikel keine Erwähnung.

Fazit:

Die Auswahl an Low-Carb-geigneten Lebensmittel ist bei einer rein pflanzlichen Ernährungsweise stark eingeschränkt, aber nicht unmöglich.