Bekämpfe Fett mit Fett – Ein kleiner Überblick in die Welt der Low-Carb-Diät

Hallo liebe LeserInnen,

ich möchte euch eine kleine Einführung in Sachen Low-Carb-Diät geben. Einen Überblick der verschiedenen Formen der Low-Carb-Diäten werde ich zu einem späteren Zeitpunkt in meinem Blog etwas genauer unter die Lupe nehmen. Ich persönlich bin ein großer Fan von Low-Carb. Nicht nur deshalb, dass ich dadurch mein Körperfettanteil reduzieren konnte, auch Heißhungerattacken auf Süßigkeiten sind mir fremd und Müdigkeitsschwankungen während des Tagesverlaufs halten sich stark zurück.

Was bedeutet Low-Carb?

Low-Carb setzt sich aus den englischen Wörtern „low“ und „carbohydrates“ zusammen und bedeutet eine Minimierung der Aufnahme von Kohlenhydraten aus der Nahrung. Fette und Proteine sind bei einer Low-Carb-Diät die Hauptenergielieferanten des Körpers. Konkret ernährt man sich hauptsächlich von Käse, Eiern, Nüssen, Steinfrüchten, Fleisch, Fisch, Meeresfrüchten und Sojaprodukten (Tofu). Gemüse wird Obst, auf Grund des geringen , für den Menschen verstoffwechselbaren Kohlenhydratanteils, vorgezogen.

Eine Liste von kohlenhydratarmen Lebensmitteln findest du hier:
http://www.lowcarb-ernaehrung.info/lebensmittel-ohne-kohlenhydrate/

Warum Low-Carb?

Low-Carb-Diäten werden zur Behandlung von Diabetes, Krebs und Übergewicht angewandt und erfreuen sich gerade bei Sportler großer Beliebtheit. Bodybuilder nutzen Low-Carb-Diäten während der Definitionsphase, um das Körperfett so weit wie möglich einzuschmelzen.
Während einer Low-Carb-Diät wird der Insulinspiegel konstant niedrig gehalten. Zum einen halten sich dadurch Heißhungerattacken stark zurück und zum anderen wird der Fettstoffwechsel nicht unterbrochen. Bei einem Kaloriendefizit wird hauptsächlich Körperfett zur Energiegewinnung genutzt und die Muskulatur wird weitestgehend aufrecht erhalten, wenn zeitgleich Sport betrieben wird.

Was passiert mit dem Körper während einer Low-Carb-Diät?

Einfachzucker wie Glucose (Traubenzucker) sind Energielieferanten der Zellen des menschlichen Körpers (z.B. Nervenzellen und Muskelzellen). Mit Hilfe des Bluts werden sie im Körper an den jeweiligen Zielort im Körper transportiert. Glucose kann in Form von Glykogen im Körper gespeichert werden.
Ist dieser Kohlenhydrat-Speicher nun leer und über die Nahrung werden auch zu wenig Kohlenhydrate zugeführt, dann muss der Körper auf andere Reserven zugreifen. Der Stoffwechsel des Körpers muss sich auf den Abbau körpereigener Energieträger umstellen. Man spricht hierbei von Katabolismus. Die Energie liefern nun Fett als auch Muskeln. Die Leber verstoffwechselt sie zu Ketonkörpern, die nun die Traubenzuckermoleküle als Energieträger ersetzen. Fettmoleküle sind zwar sehr energiereich, auf Grund der langen Kohlenstoffketten, aber auch für den Körper schwerer in Energieträger umzuwandeln. Zum Teil greift der Körper daher auch die Muskulatur zur Energiegewinnung an. Auf Grund dieser Tatsache sollte man immer(!) ein Muskeltraining während einer Low-Carb-Diät durchführen, möchte man seinen Bizeps nicht zum Bizepchen verkümmern lassen.

Natürlich wird auch während einer kohlenhydrathaltigen Ernährung permanent Fett im Körper verstoffwechselt. Letztlich wird der Stoffwechsel während einer Low-Carb-Diät und einer Kalorienreduktion in Richtung eines ständigen Fettabbaus verschoben.

Was sind die Vorteile?

Kontrolle des Hungergefühls und Gewichtsverlust:
Mit Hilfe einer Low-Carb-Diät nimmt man insgesamt weniger Kalorien zu sich, da das Sättigungsgefühl bei fetthaltiger Nahrung sehr schnell einsetzt. Gerade Personen mit einem ständigen Hungergefühl profitieren sehr davon.

Verbesserte Stimmung an Wintertagen:
Proteinreiche Nahrungsmittel können einen hohen Anteil der Aminosäure Trytophan besitzen. Tryptophan wird unter anderem in Serotonin verstoffwechselt, was als Glückshormon gilt.

Verbesserung des Cholesterin-Spiegels und Blutdrucks:
Das Gleichgewicht im Körper verschiebt sich in Richtung des guten HDL-Cholesterins. Auch wird zugleich wird das Risiko von Herzattacken drastisch gesenkt. Der Blutdruck kann auch unter Kontrolle gehalten werden.

Reduzierter Blutzucker und nierdriger Insulinspiegel:
Aufgrund des Kohlenhydratmangels müssen die Bauchspeicheldrüsenzellen weniger Insulin produzieren. Dadurch verringert sich zudem das Risiko an Diabetes Typ II zu erkranken.

Turmorzellen können im Wachstum gehemmt werden:
Der Hauptenergielieferant von Krebszellen ist Glucose. Ketonkörper können nur bedingt als Energieträger genutzt werden. Steht einer Krebszelle kein Energie mehr zur Verfügung, so kann diese absterben.

Was sind Nachteile und Risiken?

Mangelndes Durchhaltevermögen:
Personen, die an einen hohen Konsum kohlenhydrathaltiger Nahrung gewöhnt sind, wird anfangs der Hammer treffen. Ein abrupter Verzicht auf Kohlenhydraten kann zu Müdigkeit, Heißhunger, Schlaffheit und Gereiztheit führen. Die sportliche Leistung wird in der Anfangsphase auch leiden. Bis der Stoffwechsel umgestellt ist können mehrere Wochen vergehen. Viele Personen kommen daher nicht über die Einleitungsphase hinaus. Charakter- und willensstarke Personen, die mit Verzicht umgehen können, sollten diese Probleme schnell überwinden können.

Hohe Kosten:
Proteinreiche, fetthaltige Nahrungsmittel tierischen Ursprungs sind deutlich teurer als kohlenhydrathaltige Nahrungsmittel. Auch sollte man Bioprodukte gegenüber konventionellen Produkten den Vorzug geben.

Insulinsensitivität der Zellen kann verschlechtert werden:
Es gibt Hinweise darauf, dass bei einem permanten Verzicht auf Kohlenhydrate die Zellen nicht mehr so gut auf Insulin reagieren. Dadurch kann die Aufnahme von Nährstoffen in die Zellen verschlechtert werden.

Geringere Herzfunktion:
Auch unser Herz ist ein Muskel, der permanent Energie benötigt. Bei einem chronischen Mangel an Kohlenhydraten kann die Herzleistung bis zu 20% reduziert werden.

 

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Ein Gedanke zu “Bekämpfe Fett mit Fett – Ein kleiner Überblick in die Welt der Low-Carb-Diät

  1. Durch Low-Carb-Diäten kann, wie erwähnt, die Insulinsensitivität der Zellen herabgesetzt werden. Demnach reagieren diese Zellen nur noch schwach auf Insulin und die Nährstoffe gelangen vom Blut nicht mehr ins Zellinnere.
    Folgendes Szenario ist daher denkbar: Eine Person führt seit Jahren eine Low-Carb-Diät durch und betreibt nur unregelmäßig Sport. Wenn diese Person nun Kohlenhydrate zu sich nimmt, kann es sein, dass diese, nach mehrere Stoffwechselschritten, nicht mehr in die Zellen gelangen können. Die Kohlenhydrate sind nun im Überschuss im Blut vorhanden und werden zur Leber transportiert. Dort werden die Kohlenhydrate zu Triglyceriden (Speicherfette des Körpers) verstoffwechselt. Die Folge kann eine Fettleber sein, wie sie u. a. auch durch zu viel Fruktose entstehen kann.
    Man spricht dann von einer nicht durch alkohol entstandenen Fettleber: Non-alcoholic fatty liver disease (NAFLD).
    Letztes Jahr wurde darüber auch in einem Paper diskutiert:
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3679496/

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